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Home > Eigenständige JugendpolitikPartizipation für junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

(03.04.2025) Eine neue Studie des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) zeigt auf, was es braucht um die politischen Teilhabechancen junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zwischen 15 und 35 Jahren zu verbessern.

Sechs Personen halten ihre Hände übereinander Sechs Personen halten ihre Hände übereinander
Foto: fauxels via pexels.com

In Deutschland hatte 2023 knapp 30 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund; in etwa die Hälfte aller Personen mit Zuwanderungsgeschichte besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Allerdings spiegelt sich die Vielfalt der Bevölkerung bislang nicht in der politischen Repräsentation wider. Besonders junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind seltener politisch aktiv (11 %) als Gleichaltrige ohne Zuwanderungsgeschichte (40 %), das verdeutlichen quantitative Daten aus dem SVR-Integrationsbarometer 2024.

„Aus integrationspolitischer Sicht ist das problematisch, da Teilhabe politische Zugehörigkeit symbolisiert und die Identifikation mit dem Gemeinwesen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann“, sagt Dr. Nora Storz, Autorin der Studie und Mitarbeiterin im wissenschaftlichen Stab des SVR.

Die Studie und Forderungen an die Politik

Mithilfe qualitativer Interviews geht die Studie dem Beteiligungsdefizit junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auf den Grund. „Einige Befragte sehen ihre Interessen in der aktuellen politischen Landschaft nicht gut vertreten. Sie wünschen sich eine gezieltere Ansprache durch die Politik, zum Beispiel an Orten, die verstärkt von jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte frequentiert werden, etwa in Schulen oder benachteiligten Stadtteilen, aber auch in den sozialen Medien“, so Dr. Storz. Das würde den Zugang zur Politik erleichtern, denn oft fehle es den Befragten an Wissen über politische Strukturen und Beteiligungsmöglichkeiten. 

Dafür ist auch politische Bildungsarbeit entscheidend. Die Studie empfiehlt, Angebote politischer Bildung schon ab dem Grundschulalter an allen Schulformen vorzusehen. Um Teilhabe zu verbessern, braucht es neben der Bildungsarbeit, auch Vorbilder in der Politik sowie Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit.

Die Ergebnisse der Studie wurden auch in einem Erklärvideo aufbereitet.

Die Studie steht hier als PDF bereit.

Die Presseinformationen zur Studie sind hier nachzulesen.

Quelle: Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) vom 14.03.2025